LUFTSICHERHEIT 8 DSD 2 | 2026 Mit der Einbindung privater Sicherheitsdienstleister sei ein Systemwandel eingeleitet worden, der bis heute fortwirke. Die Bundespolizei sei „nur ein Akteur von vielen“, betonte er – ein Satz, der die partnerschaftliche Grundhaltung der Luftsicherheitstage treffend beschreibt. Besonders eindringlich war seine Darstellung der Bedrohung durch Drohnen. Was einst als technische Randerscheinung galt, ist heute eine Herausforderung für die Sicherheit. Die Einrichtung eines „Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums (GDAZ)“ von Bund und Ländern, der Aufbau einer Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei und erhebliche Investitionen in Technik zeigen, wie ernst die Lage genommen wird. BDLS: ein System unter Druck – und eine Branche, die Verantwortung übernimmt Der BDLS-Präsident Alexander Borgschulze beschrieb die Lage der Sicherheitswirtschaft mit nüchterner Offenheit. Das bestehende System stoße an seine Grenzen, die Anforderungen stiegen, die tariflichen und regulatorischen Belastungen nähmen zu. Doch Borgschulze blieb nicht bei der Problembeschreibung. Er skizzierte ein Zukunftsbild, das technologische Innovation und menschliche Expertise verbindet: biometrische Erfassung, KI-gestützte Hochleistungsscanner, automatisierte Abläufe, bei denen der Mensch nur noch dort eingreift, wo das System Auffälligkeiten erkennt. Der Dienstleister der Zukunft sei kein Personaldienstleister mehr, sondern ein „Treiber hochkomplexer Sicherheit“. Technik ersetze keine Verantwortung, aber sie verändere die Rolle des Menschen – hin zu Bewertung, Analyse und Entscheidung. Staatliche Perspektiven: hybride Bedrohungen und neue Sicherheitsarchitektur Der Staatssekretär im Bundesministerium des Innern (BMI), Hans‑Georg Engelke, ordnete die aktuellen Entwicklungen in einen sicherheitspolitischen Rahmen ein, der von hybriden Bedrohungen geprägt ist. Cyberangriffe, Desinformation und Störaktionen im Umfeld Kritischer Infrastrukturen seien längst Realität. Die Gesellschaft müsse lernen, Sicherheit flexibler und vernetzter zu denken. Besonders im Luftverkehr zeige sich der Wandel: Seit 9/11 habe sich das Bedrohungsspektrum verschoben – weg von klar identifizierbaren Gruppen, hin zu staatlich geschulten Akteuren, die mit digitalen und physischen Mitteln Destabilisierung betreiben. Beispiele wie der „Bauschaumfall“ während der Bundestagswahl 2025 oder unberechtigte Drohnenüberflüge verdeutlichten diese Entwicklung. Engelke betonte den wachsenden Bedarf an gesamtstaatlicher Koordination. Das geplante hybride Abwehrzentrum beim Verfassungsschutz und das im Aufbau befindliche Gemeinsame DrohnenAbwehrzentrum der Bundespolizei seien zentrale Bausteine. Zugleich warnte er vor Alarmismus: Nicht jeder unberechtigte Drohnenüberflug sei eine Bedrohung, doch relevante Szenarien verlangten Vorbereitung und klare rechtliche Grundlagen. Ein Schwerpunkt seiner Ausführungen lag auf Entbürokratisierung. Zu viele Regulierungen belasteten Abläufe, ohne die Sicherheit zwingend zu erhöhen. Modelle wie die„Neue Welt“ zeigten, dass staatliche Standards und wirtschaftliche Anforderungen vereinbar seien. Qualitätssicherung bleibe unverzichtbar: Red Teams, technische Standards und kontinuierliche Qualifizierung seien tragende Elemente. Technik könne unterstützen, aber Das Präsidium des BDLS: (v.l.) Oliver Damer, Ruth Evers, Christian Huber (Leiter der Tarifkommission), BDLS-Geschäftsführerin Cornelia Okpara, Alexander Borgschulze, Nicole Oppermann, Peter Haller und Tobias Soppart
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