LUFTSICHERHEIT 10 DSD 2 | 2026 Auftakt eines längeren Prozesses. Ziel sei eine Sicherheitsarchitektur, die im Alltag trägt und im Ernstfall standhält. Bundeswehr: Deutschland als geostrategische Drehscheibe Der Stellvertreter des Befehlshabers Operatives Führungskommando der Bundeswehr und Kommandeur Territoriale Aufgaben, Generalleutnant André Bodemann, verdeutlichte, wie eng militärische und zivile Sicherheit verflochten sind. Deutschland sei geostrategisch die logistische Drehscheibe Europas; im Bündnisfall würden gewaltige Mengen Material und Hunderttausende Soldaten durch das Land verlegt. Der Lufttransport spiele dabei eine Schlüsselrolle – z. B. für Verwundetentransport. Entsprechend zentral sei die Luftsicherheit. Flughäfen blieben verwundbare Punkte: Spionage, Cyberangriffe, Drohnen und Sabotage zielten auf genau jene Infrastruktur, die im Ernstfall funktionieren müsse. Bodemann betonte die verfassungsrechtliche Trennung: Die Bundeswehr verteidigt militärisch, doch der physische Schutz Kritischer Infrastrukturen liegt bei Behörden, Kommunen und privaten Betreibern. Die Streitkräfte könnten unterstützen, aber nicht ersetzen. Betreiber müssten befähigt werden, sich selbst zu schützen. Hybride Bedrohungen – wie der Brandanschlag in Berlin 2026 – zeigten, wie gezielt Verunsicherung erzeugt werde. Deutschlands Rolle als wirtschaftsstarke Nation und logistische Drehscheibe mache resiliente Transportachsen zu Land, Wasser und Luft unverzichtbar. In der Diskussion wurde deutlich, dass auch Sicherheitswirtschaft und Unternehmen Teil der gesamtstaatlichen Vorsorge sind. Bodemann verwies auf bestehende Planungen, deren Details nur schrittweise oder aus Gründen der Geheimhaltung gar nicht öffentlich würden. Die Einschätzung, Russland könne ab 2029 parallel zur Ukraine auch die NATO herausfordern, unterstrich die Dringlichkeit abgestimmter Vorsorge. Prinzip:„Go in biases and learn from them.“ First Lieutenant (Oberleutnant) Marco Oosterveld ging auf die internationale Dimension moderner Luftsicherheit ein. Die Royal Netherlands Marechaussee arbeite eng mit europäischen Partnern zusammen; Ereignisse wie die Anschläge von Brüssel 2016 prägten Ausbildung und Lagebilder weit über nationale Grenzen hinaus. Brüssel mache deutlich, wie schwer Täterverhalten zu erkennen sei. Das damalige abweichende Verhalten einzelner Passagiere bei der Gepäckabgabe war kein Muster, aber ein wertvoller Hinweis auf Wahrnehmungsfehler und deren Folgen. Um solche Situationen realitätsnah zu trainieren, setzen die Niederlande zunehmend auf VR‑Technologie. Sie ermöglicht Gruppeninteraktionen, regelbasierte Szenarien und Anti‑Bias‑Training, das angehende Kräfte in komplexe EntscheidungsDr. Joachim Lang, Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) Christina Polzin, Bundesministerium des Innern
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