DSD 3 | 2026 AUSGABE ZUM DSD 3 | 2026 INFO WIRTSCHAFTSSCHUTZ EINE PUBLIKATION DES FACHAUSSCHUSSES WIRTSCHAFTSSCHUTZ DES BDSW Wirtschaftsschutz unter neuen Vorzeichen Von Holger Köster Der Druck auf Unternehmen, Risiken systematischer zu erfassen und Schutzmaßnahmen besser zu verzahnen, nimmt durch neue Regulierungen und Gesetze spürbar zu. Ob aus diesen tatsächlich mehr Sicherheit entsteht, entscheidet sich jedoch in der praktischen Umsetzung. Mit NIS2 und dem KRITIS-Dachgesetz haben die Anforderungen an den Schutz von Unternehmen und kritischen Infrastrukturen deutlich zugenommen. Was lange vor allem als unternehmerische Vorsorge verstanden wurde, ist inzwischen stärker gesetzlich geregelt und mit konkreten Pflichten verbunden. Doch es zeigt sich immer wieder, dass neue Vorschriften allein noch keinen wirksamen Schutz gewährleisten. Der Drohnenvorfall Anfang August 2026 am Flughafen Leipzig/Halle hat uns das wieder deutlich vor Augen geführt. Denn eine mit Sprengstoff und einer Zündvorrichtung versehene Drohne an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt wirft Fragen auf, die weit über diesen einzelnen Fall hinausgehen. Wie gut sind Unternehmen auf bekannte Bedrohungen vorbereitet? Sind Zuständigkeiten und Meldewege geklärt? Und funktionieren die vorgesehenen Maßnahmen auch dann, wenn tatsächlich etwas passiert? Mit dem KRITIS-Dachgesetz rückt die physische Resilienz stärker in den Blick, während NIS2 die Anforderungen an die Cybersicherheit erheblich ausgeweitet hat. Unternehmen müssen jetzt Risiken umfassender betrachten und Sicherheitsmaßnahmen stärker miteinander verzahnen. Physische Sicherheit, Informationssicherheit, Risikomanagement und Business Continuity Management können deshalb nicht weiter unabhängig voneinander behandelt werden. Auch für unsere Branche ergeben sich daraus neue Anforderungen. Sicherheitsdienstleister kennen die Standorte und betrieblichen Abläufe ihrer Kunden meist sehr genau. Dieses Wissen kann weit über die Erfüllung eines einzelnen Bewachungsauftrags hinaus wertvoll sein, etwa bei der Risikoanalyse ebenso oder der Gestaltung funktionierender Melde- und Reaktionsprozesse. Der Wirtschaftsschutz insgesamt wird anspruchsvoller. Dabei bietet sich privaten Sicherheitsdienstleistern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen aus der täglichen Praxis stärker einzubringen. Denn am Ende müssen sich Sicherheitskonzepte dort bewähren, wo wir als Branche seit jeher tätig sind: im realen Betrieb unserer Kunden. Ihr Holger Köster Geschäftsführer der HERSAUnternehmensgruppe und Vorsitzender des Fachausschusses Wirtschaftsschutz im BDSW Holger Köster Bild: # 1297225530 / istockphoto.com
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