DER SICHERHEITSDIENST

WIRTSCHAFT UND POLITIK 50 DSD 2 | 2026 in 6.121 Fällen Verfahren wegen Verstößen gegen das Mindestlohngesetz ein. Fast 2.500 Fälle betrafen das Gaststätten- und Hotelgewerbe. Auch bei Bauunternehmen, Speditionen, Friseur- und Kosmetikstudios, Getränkeshops und leider auch bei Sicherheitsdienstleistern wurden Verstöße festgestellt. Callcenter-Kriminalität nimmt tendenziell zu und kann nur schwer ermittelt werden, weil sie zumeist aus dem Ausland heraus agiert. Nach Schätzungen des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung könnte der Umfang der Schattenwirtschaft 2026 auf 538 Milliarden Euro ansteigen. Wirtschafts- und Wissenschaftsspionage ist für eine Industrienation wie Deutschland besonders gefährlich. Die größte Gefahr geht von China aus. Das chinesische Geheimdienstegesetz verpflichtet chinesische Bürger und Institutionen zur Kooperation mit chinesischen Geheimdiensten. Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine werben russische Geheimdienste Personen aus Osteuropa an, sog. „Wegwerf-Agenten“. Dass die Spionagegefahr auch 2026 anhält, zeigt die Festnahme eines Letten und eines Ukrainers am 12. April 2026 mit der Sicherstellung von Spionage-Tools (FAZ am 24. April 2026). Unternehmen und Mitarbeiter als Tätergruppen Natürlich sind Unternehmen nicht nur Opfer von Straftaten, sondern auch Täter. Das gilt z. B. für folgende in der PKS 2025 registrierte Delikte: Insolvenzstraftaten (fast 8.100), wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibungen (24), unerlaubter Umgang mit Abfällen (ca. 6.400), unerlaubtes Betreiben von Anlagen (176), unerlaubter Umgang mit gefährlichen Gütern (145), Verstöße gegen das Chemiegesetz (233), Verletzung von Geschäftsgeheimnissen (194), Wirtschaftskriminalität im Anlage- und Finanzierungsbereich (über 4.500), Wirtschaftskriminalität iZm. Arbeitsverhältnissen (5.660), iZm. Lebens- und Arzneimitteln (9.603), Geldwäsche (mehr als 40.300). Immer wieder gelingt es, Geldwäschenetzwerke zu zerschlagen. Innentäter sind für Unternehmen besonders gefährlich, weil sie Kontrollen umgehen oder manipulieren und Zugriffsberechtigungen überschreiten können. Davor hat das BfV in den Informationsblättern zum Wirtschaftsschutz gewarnt. Bild: # 606671804 / istockphoto.com

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