LUFTSICHERHEIT 5 DSD 2 | 2026 Zwischen Verband und Betrieb: wie Luftsicherheit von gemeinsamen Standards profitiert Von Nicole Oppermann Luftsicherheit ist Teamarbeit – weit über die Kontrollstelle hinaus. Als Geschäftsführerin des Deutschen Schutz- und Wachdienstes (DSW) sehe ich im Alltag, was das heißt: Am Flughafen Düsseldorf verantworten wir Passagier- und Gepäckkontrollen. Wenn Peaks kommen, muss der Betrieb stehen – mit klaren Abläufen, funktionierender Technik und gut ausgebildeten Mitarbeitern. Gleichzeitig engagiere ich mich als Vizepräsidentin im Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) und in der Tarifkommission. In dieser Doppelrolle bringe ich Praxis und Branchenblick zusammen. Im BDLS-Präsidium und in der Tarifkommission bringen sich Unternehmensvertreter mit sehr unterschiedlicher Branchenerfahrung und Expertise ein. Davon können alle Verbandsmitglieder profitieren. Wir tauschen uns verbandsintern zu „Best oder Worst Practice“-Erfahrungen aus und lernen voneinander. Was jeder davon für sich nutzt, ist unterschiedlich. Für mich gilt: Nicht jede Erfahrung muss man selbst machen. Wichtig ist mir außerdem, dass die Perspektive der Mitarbeiter aus dem DSW-Alltag einfließt. Über Regelaustauschformate wie Betriebsratssitzungen und viele persönliche Gespräche nehmen wir Themen auf, die unsere Belegschaft beschäftigen. Wenn daraus ein Branchenthema wird, nehme ich es mit in Präsidiumssitzungen oder Tarifverhandlungen und suche mit meinen Verbandskollegen nach Lösungen. Standards und Tarif: gemeinsam mehr erreichen Als einzelnes Unternehmen ist der Zugang zu relevanten Ansprechpartnern in Politik und Behörden nicht immer einfach. Deshalb bündeln wir unsere Themen im BDLS und unser Präsident Alexander Borgschulze trägt sie an die richtigen Stellen. So bringen wir Themen voran, die nicht nur den Einzelnen, sondern die Branche insgesamt betreffen. Hilfreich ist dabei auch, dass die aktuell im BDLS organisierten Mitgliedsunternehmen mehr als 15.000 Mitarbeiter beschäftigen. Verbandsarbeit heißt für mich auch, Standardisierung voranzubringen. Vorgaben und Voraussetzungen sollen vergleichbarer werden – damit Qualität planbarer wird und Umsetzung im Betrieb leichter gelingt. Gleichzeitig ist klar: Ein Verband muss die Interessen vieler Akteure im Blick behalten. Das bedeutet zwangsläufig Kompromisse. Man kann nicht allen immer gerecht werden. Entscheidend ist, das große Ganze zu sehen. Tarifpolitisch ist wichtig, dass Arbeit angemessen vergütet wird und Einkommen planbar ist. Hier hatte die Branche früher Verbesserungspotenzial. Als Tarifkommission haben wir das erkannt und in den vergangenen Jahren viele Schritte gemacht. Ein Beispiel ist das verstetigte Regelentgelt. Mit den heutigen Tarifbedingungen, die unsere Mitarbeiter deutlich besserstellen als in anderen Branchen, haben wir auch in Zeiten von Arbeitnehmermärkten guten Zulauf an geeigneten Bewerbern. Synergieeffekte entstehen in der Luftsicherheit, wenn Prozesse, Technologien und Personal intelligent zusammenwirken. Es wird zwar keinen einheitlichen „Ausbildungsberuf Luftsicherheit“ geben. Der Anspruch bleibt aber, Ausbildung und Qualifikationen weiter zu vereinheitlichen, um im Einsatz mehr Flexibilität zu ermöglichen und Peaks besser zu bewältigen. Ein Verband lebt von und für seine Mitglieder. In meiner Funktion als Vizepräsidentin stehe ich für die Interessen aller Mitgliedsunternehmen ein. Das ist anspruchsvoll, wenn Branchenziele nicht identisch mit Unternehmenszielen sind – dann ist Anpassungsfähigkeit gefragt. Und wenn der DSW etwas richtig gut kann, dann: Leben in der Lage. Vizepräsidentin des Bundesverbandes der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) und Geschäftsführerin der DSW Deutscher Schutz- und Wachdienst GmbH + Co. KG www.piepenbrock.de/dsw Nicole Oppermann
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