DSD 2 | 2026 WIRTSCHAFT UND POLITIK halb längst keine ausschließlich staatliche Aufgabe mehr, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der private Sicherheitsunternehmen eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Sicherheitswirtschaft als Teil der Lösung Im Mittelpunkt des Abends standen die Perspektiven und Forderungen des BDSW. BDSW-Präsident Werner Landstorfer und Hauptgeschäftsführerin Cornelia Okpara betonten, dass die Sicherheitswirtschaft bereits heute zahlreiche Aufgaben übernimmt, ohne dabei immer ausreichend politisch eingebunden zu sein. Landstorfer erklärte, dass die Branche täglich einen erheblichen Beitrag zur Stabilität und Resilienz Deutschlands leiste – vom Schutz Kritischer Infrastrukturen über Veranstaltungssicherheit bis hin zur Unterstützung bei Gefahrenabwehr und Krisenmanagement. Dennoch fehle vielfach noch die politische Anerkennung als strategischer Partner innerhalb der Sicherheitsstrukturen. Cornelia Okpara verwies insbesondere auf regulatorische Herausforderungen und den steigenden Bedarf an modernen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die Sicherheitsbranche entwickle sich technologisch und organisatorisch rasant weiter. Gesetzliche Grundlagen und staatliche Kooperationsstrukturen müssten mit dieser Entwicklung Schritt halten. Die Branche sei längst Teil der Lösung, so die zentrale Botschaft des BDSW. Nun gehe es darum, die Zusammenarbeit zwischen Staat und Sicherheitswirtschaft systematischer, verbindlicher und zukunftsfähiger zu gestalten. Hochkarätig besetztes Panel Im anschließenden Panel diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft über die sicherheitspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Mit auf dem Podium waren die Berliner Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik- Meisel, Dr. Michael Münnich, Referatsleiter für zivile Verteidigung und nationales Krisenmanagement im BMI, Florian Graf, Chef der Berliner Senatskanzlei, sowie Dr. Rainer Kambeck, DIHK-Bereichsleiter Wirtschaftspolitik. Bereits zu Beginn machte Florian Graf klar, dass sich die Innere Sicherheit Deutschlands in einer Phase grundlegender Veränderungen befinde. Sicherheitsfragen seien heute komplexer, dynamischer und stärker miteinander vernetzt als noch vor wenigen Jahren. Staatliche Sicherheitsbehörden könnten diese Herausforderungen nicht allein bewältigen. Vielmehr brauche es funktionierende Partnerschaften mit Wirtschaft und Sicherheitsdienstleistern. Graf, selbst früher Hauptgeschäftsführer des BDSW, betonte zugleich, dass die Politik die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Sicherheitswirtschaft stärker berücksichtigen müsse. Die Branche verfüge über erhebliche operative Kompetenzen und Ressourcen, die künftig noch gezielter eingebunden werden sollten. Polizei und private Sicherheit im Schulterschluss Besonders eindrücklich schilderte Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik-Meisel die Zusammenarbeit zwischen Polizei und privaten Sicherheitsunternehmen am Beispiel eines Brandanschlags auf Kritische Infrastruktur in Berlin. Sie erläuterte, dass die Sicherheitslage in der Hauptstadt zunehmend von komplexen Bedrohungsszenarien geprägt sei. Gerade bei großflächigen Einsatzlagen oder dem Schutz sensibler Infrastruktur sei die Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsdienstleistern inzwischen unverzichtbar. Beim Thema Drohnen und moderne Sicherheitstechnologien bezog SlowikMeisel klar Stellung: Private Sicherheitsunternehmen seien in diesem Bereich nicht mehr wegzudenken. Die Polizei verfüge allein gar nicht über die personellen und technischen Kapazitäten, um alle Herausforderungen eigenständig abzudecken. Damit griff sie einen zentralen Punkt des Abends auf: Die Realität der Sicherheitslage habe sich längst verändert – nun müssten auch gesetzliche und organisatorische Rahmenbedingungen angepasst werden. Zugleich zog sie eine klare Grenze beim staatlichen Gewaltmonopol. Hoheitliche Aufgaben blieben selbstverständlich Aufgabe des Staates. Dennoch könne private (v.l.) BDSW-Präsident Werner Landstorfer, MdB Stephan Mayer und BDSW-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Okpara
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