DER SICHERHEITSDIENST

LUFTSICHERHEIT 26 DSD 2 | 2026 unterstrichen. Hier zeigte sich, dass einzelne Sicherheitsmaßnahmen besonders im Zusammenhang mit Ausspähung und Tatplanung von elementarer Bedeutung und wirksam in Bezug Besorgnis, Stress und Verhaltensanpassung sind. Dies deutet darauf hin, dass nicht nur die objektive Wirksamkeit, sondern auch die subjektive Wahrnehmung von Sicherheitsmaßnahmen eine entscheidende Rolle spielen. Die im Projekt READY gewonnenen Erkenntnisse unterstreichen die besondere Relevanz von Innentätern im Kontext der Luftsicherheit. Durch ihren privilegierten Zugang zu sensiblen Bereichen, Informationen und Prozessen können Sicherheitsmechanismen gezielt umgangen werden. READY bestätigt diese Annahme empirisch und erweitert sie um eine verhaltensorientierte Perspektive: Innentäter agieren nicht zwingend entlang klar strukturierter Pläne, sondern nutzen situative Gelegenheiten, vorhandenes Wissen und organisationale Schwachstellen. Besonders kritisch ist dabei die Kombination aus Zugang, Routinewissen und sozialer Einbettung in bestehende Arbeitsprozesse. Dadurch können sicherheitsrelevante Handlungen unauffällig in alltägliche Abläufe integriert werden. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass die Teilnahme an den Studien selbst bereits einen Sensibilisierungseffekt erzeugt. Die zunächst wissenschaftliche Methode von READY kann somit auch als innovatives Instrument im Bereich der Aus- und Fortbildung verstanden werden – und dies im Kontext aller Kritischen Infrastrukturen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die konsequente Einbindung der Täterperspektive neue Erkenntnisse über die Funktionsweise von Angriffen und die Wahrnehmung von Sicherheitsmaßnahmen ermöglicht. Gleichzeitig wird aufgezeigt, dass technische Systeme allein nicht ausreichen, um ein hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten. Vielmehr bleibt der Mensch – sowohl als potenzieller Risikofaktor als auch als zentrale Ressource – im Mittelpunkt aller Überlegungen. Weiterhin ist es nicht zielführend, ein System aus hocheffektiven Sicherheitsmaßnahmen zur möglichen Identifizierung von Innentäteraktivitäten zu etablieren, wenn dabei das kollegiale, vertrauensvolle Miteinander der einzelnen Sicherheitspartner am Flughafen leidet. Denn in der Gefahrenabwehr ist es maßgeblich, dass alle technologischen und humanen Aspekte zusammenwirken. In einer Zeit zunehmender Komplexität und dynamischer Bedrohungslagen bietet READY damit einen wirkungsvollen Ansatz, um bestehende Sicherheitskonzepte kritisch zu hinterfragen und gezielt, positiv weiterzuentwickeln. Bild: Bundespolizeiinspektion Flughafen Berlin Brandenburg, Öffentlichkeitsarbeit

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