89 DSD 3 | 2026 NAMEN UND NACHRICHTEN Dazu zählen insbesondere Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Verantwortlichkeit und Resilienz. Diese Parameter zielen u. a. darauf ab, welche KI-Anwendungen potenziell schwere Schäden verursachen können und wie daraus abzuleitende Präventionsmaßnahmen aussehen müssen. Denn: Es entstehen zwangsläufig neue Angriffsflächen und Sicherheitsrisiken, wenn KI-Anwendungen unter hohem Zeitdruck eingeführt werden, ohne dass Schutzmechanismen und betriebliche Resilienzkonzepte von Beginn an ausreichend berücksichtigt werden. Unternehmen müssen in unsicheren Zeiten deshalb digitale Innovation und hybride Sicherheit gemeinsam denken. Resilienz wird auf diese Weise zur strategischen betrieblichen Gesamtverantwortung. Die KI-Revolution stellt Wirtschaft und Gesellschaft auf den Kopf. Sind damit alle bewährten Strukturen endgültig überholt? Und was heißt dies für die IT-Sicherheit? Prof. Dr. Key Pousttchi, Gründer/Direktor wi-mobile Institut für Digitale Transformation GmbH: Wir müssen nicht bei allem umlernen. Unsere vorhandenen Fähigkeiten sind die Grundlage für den Erfolg in der Zukunft. Aber wir müssen verstehen, dass es neue technische Herausforderungen wie Möglichkeiten gibt und Digitalisierung generell neue Prozesse erfordert. Wer versucht, an einen alten Prozess digitale Techniken anzuflanschen, erleidet Schiffbruch. Immer. Wir sehen das vielerorts in der öffentlichen Verwaltung. Dann entsteht am Ende mehr Aufwand als vorher und nur geringer Nutzen. Um die Potenziale der KI wirklich zu realisieren, müssen wir die Prozesse komplett neu denken: Warum gibt es diesen Prozess überhaupt, was ist das (eigentliche) Ziel, wie erreichen wir es und welche Hilfsziele brauchen wir nicht mehr? Wenn wir das tun und einen qualitativ hochwertigen Prozess mit moderner Technologie bauen, können wir gleichzeitig deutliche Verbesserungen bei Kosten, Zeit und Qualität erreichen. Und für diesen neuen Prozess müssen wir die Sicherheit integriert mitdenken, von Anfang an und in allen Prozessschritten. Sicherheit kann man nicht hinzufügen, sondern sie muss integraler Bestandteil unseres Denkens und Handelns sein. Nur dann bekommen wir moderne, sichere Prozesse. Welche Entwicklungen werden die Cybersicherheitslage am stärksten verändern – und worauf sollten sich Entscheider daher schon jetzt vorbereiten? Dirk H. Bürhaus, Geschäftsführender Direktor in der KÖTTER Security Gruppe und Geschäftsführer von KÖTTER Cyber Security: Wir befinden uns durch den Einzug von künstlicher Intelligenz bereits mitten in dieser tiefgreifenden Veränderung. Denn KI wird, so wie in vielen anderen Bereichen, auch bei Cybercrime und Cybersecurity zum Gamechanger. Dabei liegt das Handlungsgeschehen aktuell aufseiten der kriminellen Akteure. Laut Europol werden die weltweiten Schäden durch Cyberangriffe in diesem Jahr die Marke von 10,5 Billionen Euro überschreiten und damit in eine neue Dimension vorstoßen. Auch der Druck auf die deutsche Wirtschaft und hiesige KRITIS-Betreiber wächst täglich. Neben der Automatisierung und Potenzierung von Cyberattacken durch KI machen sich Kriminelle die Strukturen einer stark vernetzten Geschäftswelt zunutze. Die Stärkung der eigenen Resilienz ist für Wirtschaft und KRITIS-Betreiber daher der Erfolgsgarant schlechthin. Dabei bietet KI starke Tools, um sich gegen Datendiebstahl, Erpressung etc. zu schützen und damit das Blatt in Sachen Cybercrime zu wenden. Zentraler Faktor: Unternehmens- bzw. KRITIS-Schutz müssen stets ganzheitlich gedacht, Cybersecurity-Maßnahmen also eng mit physischer, technischer und organisatorischer Sicherheit verzahnt werden. Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Forschungsdirektor am cyberintelligence.institute Prof. Dr. Key Pousttchi, Gründer/Direktor wi-mobile Institut für Digitale Transformation GmbH Rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte Friedrich P. Kötter, Verwaltungsrat der KÖTTER Security Gruppe, bei der Sicherheitskonferenz STATE OF SECURITY in Berlin begrüßen.
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