6 DSD 3 | 2026 SECURITY ESSEN Ausbildung entscheidet über die Zukunft unserer Branche Von Frank Schimmel Als wir vor über zwanzig Jahren die ersten staatlich anerkannten Ausbildungsberufe in der Sicherheitswirtschaft eingeführt haben, war dies ein Meilenstein für unsere Branche. Heute können wir feststellen: Dieser Weg war richtig. Mehr als 14.000 erfolgreich ausgebildete Fachkräfte leisten inzwischen täglich einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit in Deutschland. Jahr für Jahr beginnen rund 1.300 bis 1.400 junge Menschen ihre Ausbildung. Darauf dürfen wir gemeinsam stolz sein. Diese Erfolgsgeschichte darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir vor der größten personellen Herausforderung unserer Branche stehen. Der demografische Wandel wird die Sicherheitswirtschaft in den kommenden Jahren stärker verändern als jede technologische Innovation. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts werden die geburtenstarken Jahrgänge schrittweise aus dem Berufsleben ausscheiden. Um die Jahre 2029 und 2030 wird dieser Prozess seinen Höhepunkt erreichen. Gleichzeitig rücken deutlich kleinere Jahrgänge nach. Für unsere Branche bedeutet das eine einfache Wahrheit: Wir werden unseren Personalbedarf künftig nicht mehr am Arbeitsmarkt decken können. Wir müssen unsere Fachkräfte selbst entwickeln. Die Bundesagentur für Arbeit weist den BDSW seit Jahren darauf hin, dass die Ausbildungsquote unserer Branche – gemessen an der Zahl der Beschäftigten – deutlich zu niedrig ist. Mit rund 1,2 Prozent der Beschäftigten in klassischen Ausbildungsberufen liegen wir weit unter dem Durchschnitt anderer Wirtschaftszweige – die Bauwirtschaft erreicht etwa 8,3 Prozent, die Medizinischen Dienstleistungen 7,6 Prozent. Das muss sich ändern. Denn Auszubildende sind nicht nur Nachwuchskräfte. Sie sind die Fachkräfte, Einsatzleiter und Führungskräfte von morgen. Technik ersetzt keine qualifizierten Menschen Die Security Essen 2026 zeigt eindrucksvoll, wie rasant sich unsere Branche verändert. Vom 22. bis 25. September treffen sich auf dem Messegelände in Essen Experten, Hersteller und Dienstleister aus allen Bereichen der Sicherheitswirtschaft. Künstliche Intelligenz, intelligente Videoanalyse, Drohnendetektion, Perimeterschutz, Cybersecurity und vernetzte Sicherheitssysteme werden künftig selbstverständlich sein. Auch der Tag der Aus- und Weiterbildung trägt diesem Wandel Rechnung. Das diesjährige Motto „Heute lernen, morgen sicher handeln – mit KI!“ beschreibt treffend die Anforderungen, denen sich unsere Branche stellen muss. Bereits zum siebten Mal findet diese Veranstaltung am ersten Messetag statt und wird vom BDSW gemeinsam mit der Messe Essen organisiert. Bei aller Technik dürfen wir eines nicht vergessen: • Keine KI trifft rechtssichere Entscheidungen. • Keine Kamera spricht mit einem Besucher. • Keine Software deeskaliert einen Konflikt. • Keine Drohne übernimmt Verantwortung. Sicherheit bleibt eine Aufgabe von Menschen! Deshalb steigen die Anforderungen an das eingesetzte Personal kontinuierlich. Wer heute Sicherheitsdienstleistungen erbringt, schützt Kritische Infrastrukturen, begleitet industrielle Produktionsprozesse, sichert militärische Einrichtungen oder begegnet neuen Bedrohungen wie Drohnen, Sabotage, Cyberangriffen und hybriden Gefährdungslagen. Das verlangt Fachwissen. Das verlangt Erfahrung. Und es verlangt kontinuierliche Qualifizierung. Schon heute erwarten viele Auftraggeber höhere Qualifikationen als noch vor wenigen Jahren. Wo früher häufig die Unterrichtung oder die Sachkunde nach § 34a GewO ausreichend war, wird heute zunehmend die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK) oder eine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgesetzt. Diese Entwicklung begrüße ich ausdrücklich. Vorsitzender des Fachausschusses Ausbildung im BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft Frank Schimmel
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