DER SICHERHEITSDIENST

37 DSD 3 | 2026 CYBERSICHERHEIT Ältere Anwendungen werden weiterbetrieben, während neue Cloud-Dienste hinzukommen. Maschinen und Produktionsanlagen sind zunehmend vernetzt, für einzelne Systeme bestehen Fernzugänge externer Dienstleister. Welche Abhängigkeiten zwischen diesen Bereichen bestehen, wird mitunter erst bei einer Störung sichtbar. Wenn der Angriff den Betrieb erreicht Ein Ausfall des Warenwirtschaftssystems stoppt nicht zwangsläufig sofort eine Produktionsmaschine. Wenig später können jedoch Auftragsdaten fehlen oder der Versand kann nicht mehr feststellen, welche Ware für welchen Kunden bestimmt ist. Ähnliche Abhängigkeiten bestehen bei zentralen Benutzerverwaltungen oder Kommunikationssystemen. Hinzu kommt, dass die IT während eines Angriffs selbst Systeme abschalten kann, die gar nicht kompromittiert sind. Die Trennung vom Netz soll dann verhindern, dass sich der Angreifer weiter ausbreitet. Für den Betrieb kann eine solche Vorsichtsmaßnahme ähnlich spürbare Folgen haben wie der Angriff selbst. Die IT muss zunächst feststellen, wie weit die Täter vorgedrungen sind und welche Systeme gefahrlos wieder gestartet werden können. In Produktion, Logistik oder Verwaltung wächst währenddessen der Druck, die Arbeit wieder aufzunehmen. Welche Bereiche Vorrang erhalten, lässt sich nicht allein nach technischen Kriterien festlegen. Die IT kann sagen, welche Systeme voneinander abhängen und welche Wiederherstellungszeiten realistisch sind. Die Geschäftsleitung muss wissen, welche Ausfallzeiten der Betrieb verkraftet und welche Prozesse zuerst wieder funktionieren müssen. Dafür braucht es eine Vorbereitung, die über technische Notfallpläne hinausgeht. Unternehmen müssen ihre kritischen Geschäftsprozesse kennen und wissen, welche IT-Systeme für deren Betrieb erforderlich sind. Erst auf dieser Grundlage lässt sich eine sinnvolle Reihenfolge für den Wiederanlauf festlegen. Auch vermeintlich einfache Dinge können dabei Probleme bereiten. Werden E-Mail-Server und interne Telefonie durch den Angriff unbrauchbar, fehlen möglicherweise zugleich die üblichen Kommunikationswege. Liegen Notfallkontakte ausschließlich im Unternehmensnetz, sind sie im ungünstigsten Moment nicht erreichbar. Für solche Fälle müssen Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten unabhängig von den betroffenen Systemen verfügbar sein. Vom Back-up zum Wiederanlauf Datensicherungen sind ein wesentlicher Teil der Vorsorge gegen Ransomware. Ihre bloße Existenz sagt allerdings noch wenig darüber aus, wie schnell ein Unternehmen nach einem Angriff wieder arbeitsfähig ist. Dafür muss bekannt sein, welche Daten gesichert wurden, ob die Sicherungen vom Unternehmensnetz getrennt sind und wie lange ihre Wiederherstellung dauert. Vor allem der letzte Punkt kann den Betriebsablauf erheblich beeinflussen. Mehrere Terabyte Daten lassen sich nicht auf Knopfdruck zurückspielen. Zudem müssen WERBUNG IM DSD ?? ABER MIT SICHERHEIT! 4 Ausgaben pro Jahr / 10.000 Printexemplare pro Ausgabe 5.000 Besucher pro Monat / jederzeit abrufbar www.dersicherheitsdienst.de

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