DER SICHERHEITSDIENST

15 DSD 3 | 2026 Anzeige nachts patrouillieren, Personen bis zu 30 m Entfernung erkennen und so potenzielle Eindringlinge ansprechen.8 Maschinensicherheit: KI unterstützt die Maschinensicherheit in vielfältiger Weise. So kann ein räumlicher Gefahrenbereich durch optische Sensoren überwacht werden, indem durch eine Software aufgenommene Bilddaten von drei räumlich getrennt angeordneten Sensoren zu einem dreidimensionalen Abbild zusammengesetzt werden. Oder es werden zum Beispiel die sicherheitsrelevanten Parameter einer Aluminiumdruckgasanlage mit Sensoren erfasst, und die Anlage wird abgeschaltet, wenn Druck oder Temperatur außerhalb des zugelassenen Sicherheitsbereichs liegen. Ein übergeordneter Anomaliedetektor erkennt auf Basis eines „Entscheidungsbaum-Algorithmus“ Sensor-, Netzwerk- und Hardwarefehler und löst in Echtzeit einen Stopp der Anlage aus.9 Leitstellentechnik: Die Leitstellentechnik wird durch KI weiter optimiert. Insbesondere können Leitstellen mit unterschiedlichen Softwaresystemen automatisiert über digitale Schnittstellen mithilfe intelligenter Algorithmen verknüpft werden. Wie eine semantische Plattform intelligente Entscheidungs- und Einsatzunterstützung in Leitstellen ermöglicht, wird in dem vom DFKI und dem Fraunhoferinstitut IESE durchgeführten Forschungsprojekt SPELL erprobt. Zielsetzung ist die Entwicklung einer Plattform, die in der Lage ist, komplexe Daten in Echtzeit zu analysieren und den Einsatzkräften präzise und kontextbezogene Entscheidungshilfen zu bieten. Aus eingehenden Notrufen extrahiert KI relevante Informationen wie Örtlichkeit und Art eines Unfalls und leitet sie automatisch an die Einsatzkräfte weiter. Parallel dazu analysiert KI Informationen aus verschiedenen Quellen und erstellt ein umfassendes Lagebild. Und KI kann eine optimale Einsatzkoordination vorschlagen, etwa welche Ressourcen am dringendsten benötigt werden und wie sie am effizientesten verteilt werden können.10 IT- und OT-Sicherheit: IT-Sicherheit und die OT-(Operation Technology-)Sicherheit können mithilfe von KI wesentlich gestärkt werden. KI-gestützte Systeme analysieren Netzwerkverkehre und Nutzerdaten, um ungewöhnliche Aktivitäten oder Muster zu identifizieren, die auf potenzielle Bedrohungen hinweisen. Mit KI lässt sich das Benutzerverhalten überwachen, um unbefugte Zugriffe auf vertrauliche Informationen zu verhindern. Software kann automatisch gepatcht und damit die Reaktionszeit nach einem Sicherheitsvorfall verkürzt werden. In der professionellen Softwareentwicklung werden KI-Programmierassistenten erfolgreich eingesetzt. Ein wirksamer und verantwortbarer KI-Einsatz basiert aus Sicht des BSI auf drei zentralen Handlungsfeldern: • technologische Kompetenz • robuste Sicherheitsarchitektur (strikte Zugangsbeschränkungen, technische Isolation sensibler Funktionen) • verantwortungsvolle Steuerung (klare Governance-Strukturen, eindeutig geregelte Verantwortlichkeiten und verbindliche menschliche Kontrollmechanismen)11 8 GIT-Sicherheit, 1-2/2025, Seite 26–28 9 Arbeitsschutz in Recht und Praxis, 6/2021, Seite 188 ff. 10 GIT-Sicherheit, 12/2024, Seite 24/25 11 BSI-Magazin 2/2024 Seite 47 und 1/2026, Seite 16/17 12 KI im operativen IAM, Valdet Camaj und Sebastian Rohr in <kes>, 3/2026, Seite 79–82 Operatives IAM: KI kann das operative Identity- und Accessmanage-Nutzungsverhalten und vorhandene Zugriffe miteinander abgleichen, um nicht mehr passende Berechtigungen zu identifizieren. Dabei entscheidet im IAM die Qualität der vorhandenen Identitäts- und Berechtigungsdaten darüber, ob KI-gestützte Analysen belastbare Ergebnisse liefern. Der größte Nutzen wird erreicht, wenn KI-Analysen nicht isoliert erfolgen, sondern in bestehende Governance-Prozesse integriert werden. Dabei ist festzulegen, in welcher Form das KI-Modell seine Ergebnisse liefern soll: z. B. durch Feststellung der Priorisierung von Berechtigungen, Hinweise auf Rollencluster oder auf ungewöhnliche Kombinationen. In einer Ergebnisvalidierung muss geprüft werden, ob die von KI gelieferten Resultate Sicherheitsprobleme aufdecken oder fachlich begründet sind. Diese Entscheidungen prüft die menschliche Kompetenz im Unternehmen.12 Naturkatastrophen: Wie M. Eng. Etz, M, in der Zeitschrift s+s report, 1/2025, Seite 22–27, erläutert, stellt KI eine Schlüsseltechnologie auch in der Elementarschadenprävention dar, durch präzise Risikoanalysen, dynamisches Bestandsmanagement und automatisierte Berichterstattung. KI-gestützte Systeme ermöglichen eine tiefe Analyse geografischer und hydrologischer Verhältnisse. Und KI ermöglicht ein Frühwarnsystem, das auf Echtzeiten basiert. SICHERHEITSTECHNIK

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