LUFTSICHERHEIT 22 DSD 2 | 2026 Luft und Sicherheit – der OPLAN DEU und der Verkehrsträger Luft Von Generalleutnant André Bodemann Der Verkehrsträger Luft Luftfahrt, Luftsicherheit, Luftverkehr – viele Puzzleteile müssen perfekt zusammenpassen, sonst kommt es schnell zum Stillstand. Pilotinnen und Piloten, Fluglotsen, Sicherheitspersonal oder Personal in der Abfertigung von Passagieren und deren Gepäck müssen reibungslos zusammenspielen, genauso wie unterstützende technische Systeme, die das gesamte System Flughafen am Laufen halten. Die Bereitstellung von Treibstoff für die Maschinen am Boden und zum Betanken der Flugzeuge muss organisatorisch durchdacht sein und verzugslos laufen. Die deutsche Flugsicherung ist ebenfalls ein wichtiges Puzzleteil, welches einen funktionierenden personellen und materiellen Betrieb erfordert. Die Wartung und Reparatur von Maschinen und Gerät stellt hierbei nur einen weiteren Teilbereich dar. Bei all den Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, muss mitgedacht werden, ob sie – wie in anderen Branchen auch – in ihrer Freizeit nicht auch ehrenamtlich tätig sind, wie z. B. bei einer Blaulichtorganisation oder beordert als Reservistin bzw. Reservist der Bundeswehr, und daher im Fall der Fälle an anderer Stelle eingesetzt werden können oder gar müssen. Hinzu kommen Menschen mit mehr als nur der deutschen Staatsbürgerschaft – auch diese stehen dann ggf. nicht zur Verfügung, weil sie in ihren Heimatländern unter Umständen der Wehrpflicht unterliegen. Unablässig sind Faktoren wie prozessbedingte Risiken oder die aktuelle politische Lage zu berücksichtigen. Beispielhaft ist die Gepäckverladung als sicherheitsrelevante Schnittstelle zu nennen, an der Dritte mit relativ wenig Aufwand erheblichen Schaden anrichten können. Auch sind Luftverkehrsdrehkreuze potenzielle Angriffsziele für hybride Angriffe, wie der Sabotagefall am Flughafen Leipzig-Halle gezeigt hat. Andererseits sorgt die aktuelle Situation rund um die Straße von Hormus auch an deutschen Flughäfen für Engpässe bei der Kraftstoffversorgung: allesamt Situationen, die schon – rechtlich gesehen – im Frieden aufzeigen, wo Herausforderungen beim Verkehrsträger Luft liegen können. Grundsätzlich ermöglicht die Nutzung des Verkehrsträgers Luft bei strategischen Verlegungen eine schnelle Reaktion auf Änderungen der Rahmenbedingungen in einer Krisensituation. Und das ist der große Vorteil von Flugzeugen: Sie sind schnell und flexibel an verschiedene Orte über weite Strecken verlegbar. Aber ihre Transportkapazität ist begrenzt. Deswegen werden sie planerisch im Schwerpunkt für die Verbringung von Personal eingesetzt. Das schwere Gerät wird mit Masse über Schiffe, die Eisenbahn oder Straßentransporte verlegt. Eine resiliente Nachschubkette erfordert also die Kombination aus sicheren Luft-, See- und Landwegen sowie die Vorausstationierung von Material und Ressourcen, wie z. B. Kraftstoffen aller Art. Der Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) und der Verkehrsträger Luft Für den OPLAN DEU ist der Verkehrsträger Luft nur auf den ersten Blick von sekundärer Bedeutung. So gibt es Pläne für Airports of Debarkation/Embarkation (APOD/E), eine Art Luftdrehkreuz. Hier landen Truppe und teilweise Material, welches anschließend über andere Verkehrsträger weiter zum Zielort gebracht werden muss. Das Verschiffen oder der Transport des Materials per Schiene dauert wesentlich länger als der Flug des dazugehörigen Personals. Das korrekte Timing, das Mensch und Maschine zur gleichen Zeit am richtigen Ort sein lässt, ist hier elementar wichtig. Der Verkehrsträger Luft gewinnt aber in dem Moment an Bedeutung, wenn der Landweg nicht mehr passierbar ist – dann ist der Luftverkehr von unverzichtbarer Bedeutung. Ein Blick auf die Landkarte Europas genügt, um zu wissen, unter welchen Gesichtspunkten hier das Hauptaugenmerk zum Beispiel für die Folgeversorgung in den Bereich Luft geht. Die Regionalflughäfen spielen zwar für die Umsetzung des OPLAN DEU nur eine untergeordnete Rolle, da die vorhandenen Landebahnen für gängige Luftfahrzeuge der NATO- Alliierten meist nicht ausgelegt sind oder die ist seit April 2025 Stellvertreter des Befehlshabers Operatives Führungskommando der Bundeswehr und Kommandeur Territoriale Aufgaben der Bundeswehr. www.bundeswehr.de Generalleutnant André Bodemann
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