9 DSD 3 | 2026 SECURITY ESSEN umso wichtiger, die Integration von Drohnen in den Luftraum für zivile und behördliche Akteure voranzutreiben. Ebenso bedarf es zugleich der Integration von Detektions- und Abwehrmaßnahmen in die Sicherheitskonzepte und Dienstleistungsangebote der Sicherheitswirtschaft. Hier besteht all unseren gemeinsamen Bemühungen zum Trotz immer noch viel Luft nach oben.“ Damit verweist Toussaint zugleich auf die Notwendigkeit, technische Möglichkeiten, regulatorische Anforderungen und operative Sicherheitsinteressen in Einklang zu bringen. Der erste Veranstaltungstag zeigt eindrucksvoll die Bandbreite moderner Drohnenanwendungen. Alexander Tummes von Droniq widmet sich dem Spannungsfeld zwischen europäischem und nationalem Luftfahrtrecht sowie der Frage, wie Safety- und Security-Anforderungen miteinander vereinbart werden können. Praktische Einblicke liefert Marcus Schermann von DB Sicherheit mit seinem Vortrag über den Multikoptereinsatz zum Schutz Kritischer Infrastrukturen. Ergänzt wird das Programm durch Beiträge des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums DRZ zu Forschung und Entwicklung, von Jörg Renter (U-ROB) zur Schulung von Drohnenpiloten und automatisierten Drohneneinsätzen sowie von Dr. Klaus Scho (Germandrones) zu BVLOS-Operationen, also Flügen außerhalb der direkten Sichtweite. Der zweite Kongresstag wird vom nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul eröffnet. Den thematischen Einstieg in den zweiten Tag und die Information zur Sichtweise der Europäischen Politik übernimmt Valerio Liberatori, Policy Officer European Commission Directorate-General – Migration & Home Affairs. Anschließend stehen zahlreiche Aspekte eines ganzheitlichen Drohnenmanagements auf der Agenda. Gerd Kupferer, Vorsitzender im BDSWFachausschuss Drohnen, erläutert die Integration von Drohnendetektion und Robotik, Prof. Dr. Martin Maslaton, Vorstand des BVZD Branchenverband Zivile Drohnen, beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen für KRITIS-Betreiber und Torsten Kretschmann, Obmann DIN-Arbeitsausschuss Drohnendetektion, informiert über den Stand der Normierung von Drohnendetektion und Drohnenabwehr. Weitere Vorträge thematisieren die angestrebte Informationsüberlegenheit im Luftraum, die Konzeption von Detektions- und Abwehrsystemen sowie aktuelle europäische Entwicklungen aus Sicht der CoESS. Die Zweiteilung der Veranstaltung ist durch die Veranstalter bewusst der Besonderheit der Technologie für die Sicherheitswirtschaft gewidmet. Während am ersten Tag Chancen, Anwendungsfelder und wirtschaftliche Potenziale im Mittelpunkt stehen, beschäftigt sich der zweite Tag mit Risiken, Schutzkonzepten und Resilienz. „Beide Perspektiven sind untrennbar miteinander verbunden. Die Sicherheitswirtschaft muss Drohnen einsetzen können, um Effizienz, Aufklärung und Reaktionsgeschwindigkeit zu steigern“, betont Cornelius Toussaint. „Gleichzeitig muss sie in der Lage sein, Kritische Infrastrukturen, Veranstaltungen, Unternehmensstandorte und öffentliche Einrichtungen vor missbräuchlich eingesetzten Fluggeräten zu schützen.“ „Mit der II. Europäischen Drohnen-Fachtagung knüpfen wir an die erfolgreiche Veranstaltung auf der security 2024 an. Das ist auch möglich, weil sich neben unseren Referenten auch Mitgliedsunternehmen unseres Fachausschusses als Sponsoren einbringen“, betont Toussaint. Mit German Business Protection und Securiton sowie WISAG und CONDOR unterstützen vier Unternehmen der Sicherheitswirtschaft diese einzigartige Plattform für den Austausch zwischen Regulierung, Technologieentwicklung, privaten und behördlichen Akteuren. Die parallel zur security auf dem Gelände der Messe Essen erstmals stattfindende EURO DEFENCE EXPO (EUDEX) markiert die zunehmenden Überschneidungen von ziviler und militärischer Sicherheit sowohl im Technologiebereich als auch hinsichtlich der Unterstützungsfunktionen der privaten Sicherheitswirtschaft u. a. für den Schutz von militärischen Liegenschaften, Rüstungsunternehmen oder Unternehmen der Kritischen Infrastruktur. Die II. Europäische Drohnen-Fachtagung regt daher auch zum Austausch über den klassischen Schutz gegen Einbruch, Vandalismus, Cybertechnologie oder Brandschutz im Sinne einer ganzheitlichen Sicherheitskultur an. Angesichts der dynamischen Entwicklung unbemannter Systeme dürfte Essen Ende September erneut zu einem zentralen Treffpunkt der europäischen Drohnencommunity werden.„Wer verstehen möchte, wie die Zukunft der Sicherheit in der dritten Dimension gestaltet wird, findet hier an zwei Tagen einen umfassenden Überblick über Chancen, Herausforderungen und Lösungsansätze rund um den professionellen Drohneneinsatz und das moderne Drohnenmanagement“, ist der BDSW-Vizepräsident Cornelius Toussaint abschließend sicher.
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