81 DSD 3 | 2026 events, Volks- und Straßenfesten oder neuartigen Trend-Veranstaltungen, • Mitarbeitende in den zuständigen Genehmigungsbehörden bzw. weiteren Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (insbesondere Polizeibehörden, Feuerwehren, Rettungsdienste), • Mitarbeitende bei einschlägig tätigen Fachverbänden und Versicherungen, Beratungsunternehmungen und Dienstleistern (insbesondere Sicherheitsdienstleistern) sowie • Dozierende und Studierende einschlägiger Fachrichtungen. Sicherheit Was sich ändern muss Von Herbert Reul und Doris Mendlewitsch, HOFFMANN UND CAMPE VERLAG, 2025, 1. Auflage, 192 Seiten, 25,00 Euro, ISBN 978-3-455-02044-1 Ein Weißbuch der Sicherheit für Nordrhein-Westfalen Jeder, der Herbert Reul einmal zuhören durfte, weiß aus eigener Erfahrung, dass ihm das Thema Sicherheit sehr wichtig ist. Es sprudelt aus ihm heraus, er beschreibt die große Linie von Sicherheit weltweit, bricht seine Themen auf andere Bundesländer herunter und fokussiert immer wieder auf sein Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW), in welchem er Innenminister ist. Sicherheit ist ihm eine Herzensangelegenheit, nicht irgendein Amt, welches er bis zur nächsten Wahl verwaltet. Deshalb hat er ein Auge auf kleine Probleme und nimmt sich diese eines nach dem anderen vor und ändert, was er ändern kann. „Anpacken“ ist seine Devise, nach dem Motto. „Ein kleiner Schritt nach vorn ist besser als gar keiner.“ Er beschreibt fünf Schwerpunkte, die ihm wichtig sind: Clankriminalität, Kindesmissbrauch, Cybercrime, Gewalttaten und Extremismus. Zu jedem dieser Kriminalitätsprobleme liefert er Beschreibungen der Lage, definiert Begriffe (Was versteht man unter „Clankriminalität“?) und führt Ansätze an, wie die Probleme bekämpft werden. Dabei bleibt er realistisch und benennt auch Misserfolge oder Entwicklungen, die ihn ob ihrer Langsamkeit ungeduldig machen. Dem sicherheitsinformierten Leser wird vieles bekannt vorkommen. Dennoch ist dieses Buch auch für ihn mit Gewinn zu lesen. In seiner klaren und menschennahen Sprache kommt er immer wieder zu kleinen Themen, die „seine“ Polizisten bewegen. Kein Sozialraum in den Wachen? Geändert, um Gruppengespräche zu ermöglichen. Oder auch die Begleitung der Polizisten durch „Supervisoren“, die insbesondere bei Kindesmissbrauch den Polizeibeamten helfen, das seelische Gleichgewicht zu behalten. Unprätentiös schildert er seine Beteiligung an Razzien, genauso ruhig und nur in einem Satz die Verhinderung eines Anschlags auf den Kölner Dom zu Silvester 2023. Er ist präsent, stellt sich aber nicht in den Mittelpunkt, es geht ihm um die Substanz und den Erfolg„seiner“ Polizei. Vielfach schildert er die Notwendigkeit für behördenübergreifendes Handeln und das daraus resultierende Bündeln von Kompetenzen verschiedener Amtsträger. Genauso verweist er immer wieder auf die Datenflut, das vorhandene Wissen, welches optimal kombiniert und ausgewertet werden muss, damit die Beamten vernünftige Grundlagen für ihre weitergehenden Ermittlungen haben. Und seine Kollisionen mit dem Datenschutz, wenn er über die bestehende Gesetzeslage hinaus Ideen entwickelt, die (derzeit) nicht praktikabel sind. Ihn interessiert das höhere Ziel der Sicherheit und dafür eckt er auch bewusst an. Der Leser erwartet am Ende als Conclusio den Verweis auf die Notwendigkeit des Einsatzes einer KI, die vorhandene Informationen bündelt und damit einen qualitativen und quantitativen Sprung bei der Ermittlungsarbeit ermöglicht. In dem Abschnitt „Reformen für die Polizei“ werden die Zahlen für neu angeschaffte Smartphones, Tablets, Videokonferenzsysteme und Drohnen als Beispiel dafür aufgezählt, dass die Polizei NRW die „digitale Steinzeit“ verlassen hat. Kein Wort jedoch zu der seit 2020 (Testversion) bzw. 2022 (Vollversion) eingesetzten Analysesoftware „Palantir“. Das überrascht und verwirrt. Diese Software wurde unter dem Begriff„Datenbankübergreifende Analyse und Recherche“ eingeführt und dafür wurde im April 2022 durch eine Änderung des Polizeigesetzes die Rechtsgrundlage geschaffen. Möchte der sonst so offene Minister hierzu keine Diskussion oder was ist der Grund für sein Schweigen an dieser Stelle? Eigentlich sind seine Ausführungen zu jedem Teilproblem immer auf dieses Instrument als Teil einer notwendigen Lösung beziehbar. Und deshalb sollte er keine Scheu haben, den Einsatz dieses Instruments auch offen anzusprechen und nicht allgemein von einer erforderlichen „leistungsstarken KI-Infrastruktur“ zu sprechen. Die private Sicherheitswirtschaft findet in diesem Buch zweimal statt. Einmal in der Schmuddelecke der Türsteher, die mehr und mehr durch Clanstrukturen übernommen werden. Auch diese Unternehmen benötigen Gewerbeerlaubnisse nach § 34a GewO und Versicherungsschutz. Insider wissen, wie leicht beides zu erlangen ist. In die Zukunft geschaut entwickelt Herbert Reul allerdings auch Ideen in Richtung einer Öffnung von weiteren Aufgabenfeldern für die privaten Sicherheitsunternehmen. Explizit nennt er die Aufnahme von Verkehrsunfällen oder Objektbeobachtungen, die von Privaten erledigt werden könnten. Es ist zu wünschen, dass andere Politiker auf Bundesebene ebenfalls in diese Richtung denken. Rezession von Bernd M. Schäfer BÜCHERMARKT
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