DER SICHERHEITSDIENST

65 DSD 3 | 2026 nuierlichen Ausbaus digitaler Bezahlverfahren bleibt Bargeld ein unverzichtbarer Bestandteil des Zahlungsverkehrs. Die Europäische Kommission stellte den aktuellen Stand der europäischen Bargeldpolitik sowie der Arbeiten am digitalen Euro vor und verwies auf die jüngsten Ergebnisse der SPACEStudie der Europäischen Zentralbank. Demnach werden im Euroraum weiterhin 52 Prozent aller Zahlungen an der Ladenkasse mit Bargeld durchgeführt und rund 62 Prozent der Bürgerinnen und Bürger halten es für wichtig, auch künftig bar bezahlen zu können. Vor diesem Hintergrund erläuterte die Europäische Kommission den Stand des Gesetzgebungsverfahrens zur Sicherung des gesetzlichen Zahlungsmittels Euro-Bargeld. Ziel der geplanten Verordnung ist es, den Zugang zu Bargeld in allen Regionen dauerhaft sicherzustellen und Mitgliedstaaten zum Eingreifen zu verpflichten, wenn Bargeldzahlungen strukturell oder flächendeckend verweigert werden. Das Vorhaben befindet sich derzeit in den Trilog-Verhandlungen zwischen Europäischem Parlament, Rat und Europäischer Kommission. Auch die Bargeldlogistik wurde als wesentlicher Bestandteil dieser Infrastruktur betrachtet. Banknoten und Münzen müssen transportiert, geprüft, aufbereitet und zuverlässig an Kreditinstitute sowie den Handel verteilt werden. Damit bleibt die Arbeit professioneller Geld- und Wertdienstleister eine zentrale Voraussetzung für das Funktionieren des Bargeldkreislaufs. Bargeld und digitale Zahlungsmittel im Zusammenspiel Einen weiteren Schwerpunkt der Konferenz bildete das Verhältnis zwischen Bargeld und digitalen Zahlungsmitteln. Mehrere wissenschaftliche Beiträge beschäftigten sich mit der Frage, welche Auswirkungen digitale Zentralbankwährungen (Central Bank Digital Currencies) auf bestehende Zahlungssysteme haben könnten. Dabei stand nicht die Ablösung des Bargelds im Mittelpunkt, sondern die Frage, unter welchen Voraussetzungen unterschiedliche Zahlungsmittel dauerhaft nebeneinander bestehen können. Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellte hierzu ein theoretisches Modell vor, das die Wechselwirkungen verschiedener Zahlungsmittel untersucht. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass jedes Zahlungsmittel Eigenschaften besitzt, die sich nicht vollständig ersetzen lassen. Für Bargeld zählen dazu insbesondere Anonymität, die unmittelbare Zahlungsabwicklung sowie seine Funktionsfähigkeit unabhängig von technischen Infrastrukturen. Die Untersuchung verfolgt ausdrücklich nicht das Ziel, einzelne Zahlungsmittel zu bewerten, sondern analysiert die Bedingungen für ihr langfristiges Nebeneinander. Grundlage ist ein Modell, das zunächst zwei und anschließend drei konkurrierende Zahlungsmittel – darunter eine digitale Zentralbankwährung – miteinander vergleicht. Aus wissenschaftlicher Sicht wurde die Koexistenz verschiedener Zahlungsformen als realistisches Zukunftsbild beschrieben. Auch die Faculty Teilnehmer der Podiumsdiskussion GELD UND WERT

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