DER SICHERHEITSDIENST

43 DSD 3 | 2026 CYBERSICHERHEIT • Produktlebenszyklus und Support: Der CRA verlangt einen Supportzeitraum, der der voraussichtlichen Nutzungsdauer entspricht – in der Regel mindestens fünf Jahre. Verbindliche Aussagen zu Update-, Support- und Produktlebenszyklen sind kein Bonus, sondern eine Mindestanforderung. • Transparente Lieferkette: Anbieter, die ihre Lösungen vollständig aus einer Hand anbieten, reduzieren Zuständigkeitslücken – und entlasten die ohnehin ausgelasteten Sicherheits- und IT-Teams im Tagesgeschäft. Was nicht konforme Altgeräte bedeuten Betreiber sollten sich bewusst sein, dass Bestandsprodukte nach Dezember 2027 nicht mehr im Produktportfolio eines Herstellers sein können, und frühzeitige Strategien entwickeln, um die gegebenenfalls notwendige Transformation reibungslos zu gestalten. Bei älteren Geräten lässt sich nicht immer nachvollziehen, ob sie nach den Grundsätzen Security by Design und Security by Default entwickelt wurden, ob moderne Verschlüsselungsverfahren zum Einsatz kommen und ob definierte Update-Prozesse existieren. Läuft der Supportzeitraum aus, werden Sicherheitslücken nicht mehr zuverlässig geschlossen. Die Folgen: Der Weiterbetrieb verstößt möglicherweise gegen interne oder externe Sicherheitsrichtlinien, Audits werden problematisch, Ersatzgeräte lassen sich nicht mehr beschaffen. All das gefährdet die Business Continuity. Ganzheitliche Systeme als strategischer Vorteil Wer Cybersicherheit nur punktuell – anhand einzelner Geräte oder Bereiche – bewertet, riskiert Brüche bei Konfiguration und Nachweisführung. Ein ganzheitlicher Ansatz mit einer zentral gesteuerten Plattform vereinheitlicht Sicherheitsvorgaben über alle Komponenten hinweg, koordiniert Update- und Patch-Prozesse nachvollziehbar und protokolliert sicherheitsrelevante Ereignisse systemweit. Die Sicherheitsplattform IF-6040 von Interflex bündelt Steuerung, Konfiguration und Überwachung aller angebundenen Online-Zutrittskomponenten – ob Online-­ Wireless oder Online-Wired. Für Audit- und Compliance-Zwecke liefert sie eine vollständige Übersicht aller angebundenen Komponenten einschließlich der jeweiligen Firmwarestände. Veraltete Firmware kann ein Risikofaktor im Sinne des risikobasierten CRA-Ansatzes sein – eine systemweite Übersicht ist deshalb keine Kür, sondern unverzichtbar. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Offline-Komponenten: Sie kommen dort zum Einsatz, wo eine permanente OnlineAnbindung nicht möglich oder wirtschaftlich sinnvoll ist – etwa in Technik- oder abgelegenen Lagerräumen. Sie fallen gleichwohl in den Anwendungsbereich des CRA. Künftig wird es auch hier möglich werden, eine effiziente, systemseitige Überwachung und Firmware-Update-­ Fähigkeit herzustellen. Besser jetzt starten Der Cyber Resilience Act ist also kein bürokratischer Zusatzaufwand für Betreiber, der mit Nachweispflichten verbunden ist. Im Gegenteil: Er schafft Klarheit – über Produktsicherheit, Verantwortlichkeiten entlang der Lieferkette und Planungssicherheit. Wer ihn ernst nimmt, wählt beizeiten verlässliche Partner und investiert in Systeme, die auch in den kommenden Jahren noch Stand der Technik sind und Ausbaupotenzial besitzen. Betreiber sollten folgende Schritte angehen: • Bestandssysteme prüfen: Welche Lösungen sind im Einsatz und welche Sicherheitsanforderungen bestehen? Die Antworten sind die Grundlage für die CRA-Strategie und die Auswahl passender Anbieter. • Lieferkette absichern: Anbieter, die ein ganzheitliches Ökosystem aus einer Hand bereitstellen, reduzieren die Risiken – für Betreiber, Errichter und Planer gleichermaßen. Wie eingangs erwähnt – eine gewisse Regulierungsmüdigkeit ist verständlich. Aber wer das Thema aufschiebt, verschiebt die Lösung des Problems – die Konsequenzen bleiben. Wer heute die richtigen Fragen an seine Anbieter stellt, gerät morgen nicht unter Zeitdruck. Bild: # 1718570945 / istockphoto.com

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