41 DSD 3 | 2026 nen Gegner: schwer zu erkennen und je nach Spezialisierung/Autonomie/Berechtigungen enorm gefährlich. Auch nicht zu unterschätzen ist das Risiko durch die sogenannte Schatten-KI. Hier geht es um die nicht autorisierte Nutzung von KI – zum Beispiel ChatGPT – am Arbeitsplatz unter Nutzung von vertraulichen und geheimen Informationen. Werden diese der KI übermittelt, gibt es keine Gewissheit, dass die Informationen nicht in die falschen Hände kommen. Es gibt auch keine Transparenz, wer was wann und wohin gesendet hat. Ist KI nun gut oder schlecht? Kommt drauf an, wer sie wofür nutzt: Den oben beschriebenen Einsatzmöglichkeiten für Angreifer oder als Angriffsziel steht neben dem allgemeinen Nutzen von KI die Verwendung zur Abwehr von Angriffen gegenüber: präventiv, proaktiv und reaktiv. KI in Security Hardware (SonicWall SAMI) Durch KI werden Firewalls intelligenter und autonomer in Bezug auf Detektion, Kommunikation, Eskalation und Aktion. SonicWall sieht die Zukunft nicht mehr nur in einzelnen Firewalls, sondern spricht von einem Distributed Enforcement Layer. Firewalls sind in diesem Konzept Teil einer verteilten Schutzschicht, die weitere Komponenten in ihrem Zusammenspiel berücksichtigt: z. B. Switches, Access Points, Cloud-Sicherheitsdienste, Endgeräte und Zero-Trust-Komponenten. KI in Security Software Für das Management einer komplexen Infrastruktur mit vielen Firewalls ist es unumgänglich, das Monitoring sowie das Erkennen von Auffälligkeiten und das entsprechende Handeln für alle Systeme in einer Gesamtüberwachung zu ermöglichen. Die größten Herausforderungen liegen in der enormen Datenmenge (Events) und der Schwierigkeit, innerhalb dieser Menge auffälliges Verhalten zu entdecken. Hier kommt bei SonicWall SAMI (SonicWall AI for Monitoring and Insight) zum Einsatz. Da KI enorm leistungsfähig und schnell bei der Analyse großer Datenmengen ist, kann sie nicht nur bekannte Muster erkennen, sondern auch unbekannte Bedrohungen anhand von auffälligem Verhalten identifizieren. Autonome KI-Security-Agenten (SOC-Agenten) Ein weiteres Feld, in dem KI die Abwehr von Cyberangriffen unterstützen kann, sind KI-Agenten. Agentische KI ist dadurch charakterisiert, dass sie spezialisiert ist und autonom/automatisch handeln kann. So können im Security-Bereich KI-Agenten eingesetzt werden, um Bugs in Software zu finden oder Angriffsvektoren in Netzwerken zu prüfen. Sie können aber auch als SOC-Agenten (Security Operation Center) autonom Überwachungsaufgaben übernehmen oder im Falle eines Angriffs die Abwehr orchestrieren. KI ist sicherlich nützlich KI hat einen unbestrittenen Nutzen. Mit ihrer Hilfe können Geschäftsprozesse schneller, besser, günstiger und skalierbarer automatisiert werden. Andere Prozesse werden durch KI überhaupt erst ermöglicht, wie zum Beispiel Mustererkennung in Massendaten oder die Vorhersage von Proteinstrukturen aus Aminosäuresequenzen (z. B. AlphaFold), die schlicht aufgrund von Komplexität und Datenmenge durch Menschen nicht zu bewältigen ist. KI hilft auch den Angreifern Aber sie hilft auch den Angreifern, indem sie Angriffe automatisiert, Social Engineering vereinfacht oder als zusätzliche Angriffsfläche die Chance einer erfolgreichen Cyberattacke vergrößert. Aufwachen und handeln Die Alarmglocke bzw. der Wecker schrillt! Die Angreifer stehen vor der Tür oder sind schon eingetreten. Nur ist das kein Traum – es ist bereits Realität und die Zeit drängt. Noch können wir unsere Abwehr stärken und einen verantwortlichen und sicheren Weg zur Nutzung von KI ermöglichen. Wir müssen nur aufwachen und handeln. CYBERSICHERHEIT
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