39 DSD 3 | 2026 Anzeige 16. Luftsicherheitstage am 3./4. März 2027 SAVE THE DATE von IT wird dort zum Unternehmensrisiko, wo er Produktion, Lieferfähigkeit oder andere wesentliche Abläufe beeinträchtigt. Beschäftigte als Teil der Vorsorge Nicht jeder Angriff beginnt mit einer technischen Schwachstelle. Phishing und andere Formen des Social Engineering zielen darauf ab, Beschäftigte zu einer Handlung zu bewegen, die einem Angreifer Zugang verschafft oder einen Betrug ermöglicht. Schulungen können solche Angriffe nicht vollständig verhindern. Sie können aber dafür sorgen, dass Beschäftigte verdächtige Vorgänge eher erkennen und wissen, wie sie reagieren sollen. Dabei helfen konkrete Regeln mehr als allgemeine Warnungen. Eine unerwartete Änderung von Kontodaten kann beispielsweise über einen bereits bekannten Kontaktweg beim Geschäftspartner überprüft werden. Wer auf einen verdächtigen Link geklickt oder Zugangsdaten eingegeben hat, sollte wissen, wo der Vorfall sofort gemeldet werden kann. Eine frühe Meldung gibt der IT die Möglichkeit, ein Konto zu sperren oder ein betroffenes Gerät zu isolieren, bevor der Angreifer weitere Systeme erreicht. Voraussetzung dafür ist ein Meldeweg, den die Beschäftigten kennen und tatsächlich nutzen. Nach Bitkom-Angaben schulten 2025 79 Prozent der Unternehmen zumindest einen Teil ihrer Beschäftigten regelmäßig zu IT-Sicherheitsfragen. Nur 24 Prozent bezogen alle Beschäftigten ein; jedes fünfte Unternehmen verzichtete vollständig auf entsprechende Schulungen. Führungskräfte gehören selbst zu den bevorzugten Zielen von Angreifern. Ihre Konten verfügen häufig über weiterreichende Berechtigungen, außerdem können sie Zahlungen freigeben oder auf vertrauliche Informationen zugreifen. Sicherheitsregeln und Schulungen müssen deshalb auch die Leitungsebene einschließen. Für die Geschäftsführung bleibt damit eine Aufgabe, die sich weder an die IT-Abteilung noch an einen externen Dienstleister vollständig delegieren lässt: Sie muss die möglichen Folgen eines Cyberangriffs für den eigenen Betrieb kennen und Vorkehrungen für den Ausfall wichtiger Systeme treffen. Dazu gehört auch, Annahmen aus der Notfallplanung zu überprüfen. Funktioniert die Wiederherstellung aus dem Backup innerhalb der vorgesehenen Zeit? Sind Verantwortliche erreichbar, wenn die regulären Kommunikationssysteme ausfallen? Ist festgelegt, welche Geschäftsprozesse beim Wiederanlauf Vorrang haben? Wiederherstellungstests und Übungen liefern darauf konkrete Antworten. Dabei geht es nicht darum, einen möglichst spektakulären Cyberangriff nachzustellen. Geprüft werden die Abläufe, die nach einem Vorfall tatsächlich benötigt werden: von der technischen Wiederherstellung bis zu den betrieblichen Entscheidungen über Stillstand und Wiederanlauf. Die technische Analyse liegt bei den Spezialisten. Über die Folgen für den Geschäftsbetrieb und die dafür notwendige Vorsorge entscheidet die Unternehmensleitung. CYBERSICHERHEIT
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==