IT- UND CYBERSICHERHEIT 9 DSD 1 | 2026 Ein zweiter Punkt ist das Thema Wartung. Probeläufe im Leerlauf sind besser als nichts‚ sie sind aber kein Beweis für Funktionsfähigkeit unter Last. Unter Last können andere Fehler auftreten: Umschaltzeiten sind relevant‚ Lastspitzen beim Anlauf sind relevant und auch die Kühlung ist im Dauerbetrieb relevant (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe‚ 2024). Bewährte Maßnahmen sind pragmatisch und oft schnell umsetzbar. • Lastplan für den Notbetrieb‚ schriftlich und im Objekt verfügbar • Probeläufe unter realer Last‚ fest im Wartungsplan verankert • Mindestfüllstand für Treibstoff‚ mit klarer Verantwortlichkeit und Kontrolle • Regelung‚ wer bedient und wer entscheiden darf‚ inklusive Stellvertretung • Prüfung‚ ob Router‚ Switches‚ Powerover-Ethernet-Geräte‚ Rekorder‚ Türcontroller‚ Funkladegeräte und Leitstellenplätze im Ernstfall mit Notstrom versorgt sind • Schutz kritischer Technikräume vor Überhitzung‚ auch mit einfachen Mitteln wie Lüftungsstrategien und Temperaturmonitoring Ein Detail‚ das oft vergessen wird‚ ist das Umfeld. Tankstellen funktionieren im Ausfall nicht verlässlich‚ Lieferketten sind gestört‚ Aufzüge funktionieren nicht‚ Tore und Schranken verhalten sich anders. Notstrom ist daher kein rein technisches Thema‚ sondern Teil der Betriebsfähigkeit. Netze und Provider Sicherheitsorganisationen arbeiten heute stark netzbasiert. Alarmübertragung‚ Videozugriff‚ Kommunikation oder Dokumentation erfolgen häufig netzbasiert. Ein Blackout trifft Netze auf mehreren Ebenen: Lokale Router fallen aus‚ Providerknoten können gestört sein und Mobilfunkzellen sind überlastet oder abgeschaltet. Das führt nicht nur zu Totalausfällen‚ sondern häufig zu instabilen Verbindungen (Reuter‚ 2014). Genau diese Instabilität ist schwer zu managen‚ weil sie Mitarbeitende in die Hoffnung lockt‚ dass es „gleich wieder geht“. In der Zwischenzeit verliert man wertvolle Zeit. Für Sicherheitsdienstleister ist die zentrale Frage‚ wie Kommunikation auch bei Netzproblemen stabil bleibt. Ein Mehrwege-Konzept ist hier wesentlich: • Diensthandys mit zwei unabhängigen Mobilfunknetzen • Funkgeräte als primärer Krisenkanal • Fest definierte Sprechgruppen und klare Funkdisziplin • Ersatzakkus‚ Ladegeräte‚ Lademöglichkeiten über Notstrom • Gedruckte Kontaktlisten‚ inklusive Technikdienstleister‚ Betreiber‚ Schlüsselträger und Behördenkontakte • Vorab definierte Meldeintervalle‚ damit Lageberichte nicht zufällig entstehen Ein häufiger Fehler ist die unkontrollierte Nutzung privater Messenger-Gruppen. Das ist schnell‚ aber unstrukturiert. Inhalte vermischen sich und Zuständigkeiten drohen unklar zu werden. Datenschutz und Informationssicherheit können dabei zum Risiko werden (Wagner‚ Tran‚ Pieper‚ Vonderau & Balaban‚ 2021). Besser ist eine klare Kanalstrategie: ein Kanal für operative Steuerung‚ ein Kanal für Lageinformationen‚ ein Kanal für Anzeige C M Y CM MY CY CMY K Actuate_AD_German.pdf 1 2/5/26 9:03 AM
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