DER SICHERHEITSDIENST

BERICHT AUS BERLIN 52 DSD 1 | 2026 Anforderungen an den Sicherheitsdienstleister selbst werden steigen Aber auch die Anforderungen an den Sicherheitsdienstleister werden steigen. Leider hat es der nationale Gesetzgeber die letzten zwei Legislaturperioden versäumt, die vom BDSW vorgeschlagenen erhöhten Qualitätsstandards für Sicherheitsunternehmen gerade beim KRITISSchutz gesetzlich verbindlich zu regulieren. Insofern wird sich die Sicherheitswirtschaft einerseits an den individuellen Bedürfnissen und Qualitätsvorgaben der KRITIS-Kunden orientieren müssen. Andererseits werden Qualitätsstandards für die Sicherheitsdienstleister selbst an Bedeutung gewinnen, um überhaupt Vertrauen beim Kunden zu gewinnen. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang die europäische Normungsreihe DIN EN 17483 – „Private Sicherheitsdienstleistungen – Schutz Kritischer Infrastrukturen“. Ebenfalls muss sich die Sicherheitswirtschaft im Bereich Cybersicherheit und eigener Resilienzstärkung steigern, um gerade in Krisenzeiten dem Kunden als verlässlicher und einsatzfähiger Partner an der Seite stehen zu können. Aber auch ISO-Zertifizierungen nach 27001 werden an Bedeutung gewinnen. Genau auf diesem Weg begleitet und unterstützt der BDSW seine Mitgliedsunternehmen. Zudem müssen die Sicherheitsdienstleister verstärkt ihre Beratungskompetenz ausbauen, um für den Kunden auf Basis einer Risikobewertung Resilienz- und Notfallpläne zu erstellen. Die Sicherheitswirtschaft wird damit verstärkt auch die Rolle eines Sicherheitsberaters übernehmen, der sich dann ebenfalls in der Folge um die Implementierung und Umsetzung von ganzheitlichen Schutzkonzepten beim KRITIS-Kunden durch integrierte, maßgeschneiderte Sicherheitslösungen kümmert. Ausblick Die Sicherheitswirtschaft wird damit zukünftig faktisch die wichtigste Säule innerhalb der nationalen und europäischen Sicherheitsarchitektur zur Resilienzsteigerung der KRITIS-Sektoren werden. Nach dem KRITIS-Dachgesetz soll die Bundesregierung eine (neue) Strategie zur Verbesserung der Resilienz kritischer Infrastrukturen verabschieden. In dieser sollen die strategischen Ziele und politischen Maßnahmen festgelegt werden, mit denen ein hohes Resilienzniveau von Betreibern kritischer Anlagen erreicht und aufrechterhalten werden soll. Es ist zu hoffen, dass darin auch die Rolle der Sicherheitswirtschaft beschrieben, gewürdigt und politische Ziele zu deren Weiterentwicklung innerhalb der Sicherheitsarchitektur Deutschlands festgelegt werden. Bild: 1453623042/ istockphoto.com

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