DER SICHERHEITSDIENST

BERICHT AUS BERLIN 51 DSD 1 | 2026 Politische Reaktion – Resilienzsteigerung auf nationaler und europäischer Ebene Der Begriff der Resilienz hat in den letzten Jahren bei der Formulierung sicherheits- und wirtschaftspolitischer Ziele eine große Verbreitung erlangt. Ursache hierfür dürften die Euro-Staatsschuldenkrise, die Flüchtlingskrise ab 2015, neue Bedrohungen durch internationalen Terrorismus, permanente Cyberangriffe, Pandemien und das zunehmend aggressive Verhalten Russlands sein. Resilienz beschreibt die Fähigkeit einer Volkswirtschaft, präventiv Maßnahmen zur Krisenbewältigung zu ergreifen, Krisenfolgen abzumildern und an sich ständig ändernde Rahmenbedingungen anzupassen. Aktuelle Beispiele zur Resilienzsteigerung sind auf EU-Ebene die NIS-2-Richtlinie sowie die CER-Richtlinie zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Auf nationaler Ebene ist speziell die Zeitenwende mit regulatorischen und operativen Folgemaßnahmen zur Erhöhung der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit und zum Aufbau der zivilen Verteidigung zu nennen. Die Rolle der Sicherheitswirtschaft zur Resilienzstärkung Betrachtet man die aufgezeigten vielfältigen Risiken, welchen die Gesellschaft und Wirtschaft ausgesetzt sind, so spielen traditionell die Polizei, die Bundeswehr, die Nachrichtendienste und staatlichen Bevölkerungsschutzorganisationen bzw. zivilen Hilfsorganisationen eine wichtige Rolle. Aber über die letzten 30 Jahre hinweg hat sich auch der Beitrag der Sicherheitswirtschaft zur Sicherheit und Resilienzstärkung stetig auf Rekordniveau erhöht. So sorgen mittlerweile rund 290.000 Beschäftigte der Sicherheitswirtschaft mit einem breit gefächerten, hochwertigen digital und technologiegetriebenen Dienstleistungsangebot bei Wirtschaft und Staat für Sicherheit in Deutschland. Gerade beim präventiven Schutz kritischer Infrastrukturen aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben zur Resilienzstärkung durch die NIS-2-Richtlinie bzw. das KRITIS-Dachgesetz kann und muss die betroffene KRITIS-Wirtschaft zu Eigenschutzmaßnahmen, die aber außerhalb der Kernkompetenz der meisten KRITISUnternehmen selbst liegen dürften, allein auf die professionelle Sicherheitswirtschaft zurückgreifen. Diese Einschätzung wird durch die Reaktion des Berliner Senats auf den Stromanschlag unterstrichen, zukünftig mehr Videoüberwachung und Bewachungsschutz durch Sicherheitsdienste einsetzen zu wollen. Insofern werden sich aufgrund dieser Ausgangslage erhebliche Wachstumspotenziale für die Sicherheitswirtschaft ergeben. Bild: # 1308579416 / istockphoto.com

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