DER SICHERHEITSDIENST

37 DSD 1 | 2026 LUFTSICHERHEIT Darüber hinaus setzt sich der Verband für eine konsequente Förderung innovativer Lösungen ein – etwa automatisierte Bildauswertung, biometrische Verfahren oder leistungsfähige Gepäck- und Personenscanner. Diese Technologien entlasten das Personal, beschleunigen Prozesse und verbessern die Passagiererfahrung. Voraussetzung ist jedoch eine frühzeitige Einbindung der Luftsicherheitsunternehmen in Planungs- und Optimierungsprozesse sowie ein strukturierter Datenaustausch zwischen Sicherheitsbehörden, Flughafenbetreibern und Dienstleistern. Organisation: Prozesse zentral steuern Sicherheitskontrollen sind integraler Bestandteil hochkomplexer Flughafenprozesse. Derzeit werden viele relevante Informationen – etwa zu Passagieraufkommen, Ankunftswellen, Gate-Belegungen oder Verspätungen – dezentral verarbeitet. Dies erschwert eine vorausschauende Personal- und Spurplanung. Der BDLS schlägt vor, an jedem Flughafen eine zentrale Koordinierungsstelle des Flughafenbetreibers einzurichten, die die Informationssteuerung für die Luftsicherheit bündelt und mit klaren Entscheidungsbefugnissen ausgestattet ist. Eine solche Struktur reduziert Abstimmungsaufwand, ermöglicht schnellere Reaktionen und steigert die Effizienz der Kontrollprozesse. Eng damit verbunden ist die Weiterentwicklung des Modells „Neue Welt“. Dort, wo Flughafenbetreiber die Verantwortung für Passagier- und Gepäckkontrollen übernehmen, zeigen sich bereits positive Effekte: modernere Beschaffungsprozesse, bedarfsgerechtere Investitionen in Technik und optimierte Abläufe. Der BDLS spricht sich dafür aus, dieses Modell partnerschaftlich mit allen Akteuren weiter auszubauen und durch geeignete politische Rahmenbedingungen – insbesondere bei Investitionen – zu unterstützen. Zugleich eröffnet die „Neue Welt“ zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten: Luftsicherheitsdienstleister können – gegebenenfalls gemeinsam mit Technologiepartnern – weitergehende Aufgaben übernehmen, etwa im Betrieb komplexer Sicherheitstechnik. Angesichts wachsender operativer Anforderungen liegt hier erhebliches Entwicklungspotenzial. Wirtschaftlichkeit: Rahmenbedingungen sichern Ein leistungsfähiges Luftsicherheitssystem benötigt wirtschaftliche Stabilität. Der BDLS sieht daher neben strukturellen Reformen auch Anpassungsbedarf bei den finanziellen Rahmenbedingungen. Prozessoptimierungen, klare Zuständigkeiten und der Abbau bürokratischer Hürden tragen zur Stabilisierung der Standortkosten bei. Gleichzeitig müssen tarifbedingte Kostensteigerungen durch die Auftraggeber sachgerecht berücksichtigt werden. Neue Manteltarifverträge dürfen nicht einseitig zulasten der Unternehmen wirken, sondern müssen in Preisanpassungsmechanismen abgebildet werden. Auch im Gebührenrecht besteht Handlungsbedarf. Unpräzise Formulierungen in der LuftSiGebV erschweren eine verlässliche Kalkulation. Hier fordert der BDLS klarere, planbare Regelungen und einen konsequenten Bürokratieabbau. Dialogbereitschaft und Reformanspruch Mit dem Positionspapier unterstreicht der BDLS seinen Anspruch, die Weiterentwicklung der Luftsicherheit aktiv mitzugestalten. Die Branche steht für Qualität, Professionalität und hohe Verantwortung. Als Arbeitgeber von mehr als 16.000 Beschäftigten bringt sie umfangreiche operative Erfahrung ein. Nun gilt es, gemeinsam mit der Politik tragfähige Lösungen zu entwickeln. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch: ein modulares Ausbildungssystem, bundesweit einheitliche Zuständigkeiten, beschleunigte Innovationsprozesse, klare wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die konsequente Weiterentwicklung moderner Organisationsmodelle. Die Luftsicherheit in Deutschland kann effizienter, flexibler und zukunftsfester gestaltet werden. Der BDLS ist bereit, diesen Weg konstruktiv und partnerschaftlich zu begleiten. Das vollständige Positionspapier „Optimierung der Luftsicherheit in Deutschland“ finden Sie hier. Bild: # 1159670000 / istockphoto.com

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