36 DSD 1 | 2026 LUFTSICHERHEIT Optimierung der Luftsicherheit in Deutschland – BDLS legt Positionspapier vor Von Patrick Orschulko Mit einem neuen Positionspapier zur Optimierung der Luftsicherheit in Deutschland bringt sich der BDLS aktiv in die laufenden politischen und ministeriellen Debatten zur Entbürokratisierung der sicherheits- und Luftverkehrsbranche ein. Ziel ist es, die komplexen Vorschriften und behördlichen Strukturen aufzuzeigen und praxisnahe Reformvorschläge vorzulegen. Der BDLS wird nun auf dieser Grundlage seinen Dialog mit der Politik und den Behörden über die Zukunft der Luftsicherheitsarchitektur fortführen. Die vergangenen Jahre haben deutlich gemacht: Die Luftsicherheitsbranche ist tragende Säule der Kritischen Infrastruktur. Ohne leistungsfähige Sicherheitsprozesse ist ein stabiler, verlässlicher Luftverkehr nicht möglich. Gleichzeitig sind die Anforderungen an Technik, Personal und Organisation stetig gestiegen. Komplexe föderale Zuständigkeiten, lange Bearbeitungszeiten, Innovationshemmnisse und wachsende wirtschaftliche Belastungen zeigen, dass das bestehende System an mehreren Stellen strukturell weiterentwickelt werden muss. Das Positionspapier bündelt die Reformvorschläge des BDLS in vier zentrale Handlungsfelder: Personal, Technologie, Organisation und Wirtschaftlichkeit. Personal: Flexibilität schaffen, Zuständigkeiten bündeln Ein zentrales Anliegen ist die Reform des Ausbildungssystems. Die derzeitige Struktur mit getrennten Qualifikationen für die Tätigkeitsbereiche nach §§ 5, 8, 9 und 9a LuftSiG verhindert in der Praxis einen flexiblen Personaleinsatz – obwohl sich Ausbildungsinhalte teilweise überschneiden. Jeder zusätzliche Tätigkeitsbereich erfordert bislang eine vollständige Neuausbildung. Der BDLS setzt sich daher für ein bundesweit einheitliches, modulares Ausbildungssystem ein. Ein gemeinsames Grundmodul soll durch spezialisierte Aufbaumodule ergänzt werden. So könnten Qualifikationen bedarfsgerecht erweitert werden – zeit- und kosteneffizient. Dies stärkt die betriebliche Flexibilität und eröffnet zugleich den Beschäftigten größere Entwicklungsperspektiven innerhalb der Branche. Ebenso dringlich ist die Bündelung behördlicher Zuständigkeiten. Die aktuell zersplitterte Verantwortung zwischen Bundes- und Landesbehörden führt zu Reibungsverlusten, Verzögerungen und unterschiedlichen Auslegungspraxen. Der BDLS spricht sich für eine klare, ressortübergreifende und bundesweit einheitliche Zuständigkeit aus. In einem ersten Schritt müssen insbesondere die Verfahren zur Personalüberprüfung und -zulassung vereinheitlicht werden. Ein Kernproblem bleibt die Zuverlässigkeitsüberprüfung (ZÜP). Lange Bearbeitungszeiten und unterschiedliche Anerkennungspraxen zwischen den Ländern erschweren eine flexible Einsatzplanung erheblich. Das im Luftsicherheitsgesetz vorgesehene Gemeinsame Luftsicherheitsregister (§ 7a LuftSiG) muss zügig eingeführt und praktikabel ausgestaltet werden, um Doppelprüfungen zu vermeiden und Verfahren zu beschleunigen. Ergänzend fordert der BDLS die Anerkennung gleichwertiger EU-Qualifikationen sowie perspektivisch einen europäischen Qualifikationsrahmen. Technologie: Innovationen stärken Moderne Kontrolltechnik ist ein entscheidender Hebel für Effizienz und Qualität. Während EUzertifizierte Systeme in anderen Mitgliedstaaten bereits breit eingesetzt werden, führen zusätzliche nationale Prüfverfahren in Deutschland häufig zu erheblichen Verzögerungen. Der BDLS fordert deshalb, EU-zugelassene Sicherheitstechnik ohne weitere nationale Doppelprüfungen zuzulassen. Insbesondere bei der Einführung fortschrittlicher CT-Technologie und zugehöriger Software besteht Handlungsbedarf. Lange Innovationszyklen schwächen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Referent für Luftsicherheit des Bundesverbandes der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) Patrick Orschulko
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