DER SICHERHEITSDIENST

WIRTSCHAFT UND POLITIK 32 DSD 1 | 2026 sche Landesbeauftragte für Datenschutz, Prof. Dr. Thomas Petri, betonte in seinem Impulsvortrag, dass Datenschutz ein fortwährender Balanceakt zwischen Sicherheit und Freiheit sei. Datenschutz solle den Menschen in unserer Gesellschaft Privatsphäre zugestehen, ebenso wie eine Mitbestimmungsmöglichkeit darüber, was bei der Verarbeitung ihrer persönlichen Daten geschieht. In anderen Ländern hat der Datenschutz eine weit geringere Priorität. Das führe zu Situationen, die nach europäischen Vorstellungen nicht erwünscht sind. So laufen in den USA beispielsweise rund 80 Prozent der Datenströme über die Server der sieben größten Tech-Unternehmen und das geschieht außerhalb jeglicher Kontrolle. In China werden die Menschen in gewissen Regionen auf Schritt und Tritt überwacht, ein Fehlverhalten fließt in das Social Scoring der Menschen ein. Dieses Scoring wiederum hat weitreichende Folgen nicht nur für den betroffenen Menschen selbst, sondern möglicherweise auch für dessen Kinder, denen beispielsweise der Zugang zu bestimmten Schulen verwehrt bleibt. In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Petri, Christian Huber (Polizeipräsidium München) und Torsten Malt (DB Sicherheit GmbH) die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Datenschutz und Sicherheitsanforderungen. Die Diskussion verdeutlichte, wie wichtig eine ernsthafte Abwägung von Datenschutz gegenüber Sicherheitsinteressen ist. Thorsten Malt machte dies an einem Praxisbeispiel deutlich: Bodycams würden die Sicherheit der Bahnmitarbeitenden deutlich verbessern, jedoch gebe es immer wieder datenschutzrechtliche Vorbehalte gegenüber dieser Technologie. Zwar wurde für die Bahn eine passende Lösung gefunden, doch Malt plädierte dafür, die Prozesse rund um den Datenschutz bundesweit zu vereinheitlichen. Prof. Dr. Petri gab zu bedenken, dass bei einem solchen Vorgehen regionale Besonderheiten nicht mehr ausreichend berücksichtigt werden könnten. Christian Huber berichtete von einem spürbaren Wandel in der Bevölkerung: Überwachungsmaßnahmen würden heute deutlich mehr Akzeptanz erfahren als noch vor einigen Jahren. Ein möglicher Grund dafür sei, dass die subjektive Unsicherheit deutlich zugenommen habe. Gleichzeitig zeige sich, dass Überwachungstechnologie an Hotspots nachweislich die Kriminalität eindämmen kann. So habe die Münchner Polizei im Alten Botanischen Garten Videoüberwachung eingesetzt, die zu einem deutlichen Rückgang von Delikten geführt hat. Videotürme – deutlich erkennbar im „PolizeiDesign“ – leisteten zudem, so Huber, in München gute Dienste für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Die Podiumsdiskutanten forderten eine stärkere Digitalisierung und den Abbau bürokratischer Hürden, um die Effizienz im Sicherheitsbereich zu steigern. Sicherheit ist systemrelevant Im abschließenden Dialogforum diskutierten BVSW-Vorstand Ernst Steuger und BDSW-Präsident Werner Landstorfer über die zukünftigen Schwerpunkte der Sicherheitsbranche. Sie betonten die Notwendigkeit, Regularien zu vereinfachen und die Anerkennung von Sicherheitsdiensten durch die Politik als systemrelevant Die Gastgeber des 11. Bayerischen Sicherheitstages: (v.l.) Ernst Steuger, Markus Klaedtke, Andreas Paulick, Caroline Eder, Werner Landstorfer und der Moderator der Veranstaltung, Oliver Luxenburger

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==