DER SICHERHEITSDIENST

WIRTSCHAFT UND POLITIK 39 DSD 1 | 2022 Produktionentspricht. Für diebetreffenden Unternehmen ist ein fundiertes Sicherheitskonzept nicht nur wichtig, um unterschiedlichste Bedrohungsszenarien und Gefahrenfälle abzudecken. Von großer Bedeutung ist auch, dass ein solches Konzept Rechtssicherheit schafft und somit das Haftungsrisiko verringert. Herr Hartmann, die Digitalisierung umfasst die Funktionsweise und Herstellungsweise von Produkten, aber auch alle unternehmerischen Prozesse. Sie kann beispielsweise die Effizienz von Abläufen verbessern. Welche Ansätze fahren Sie diesbezüglich bei Klüh? Axel Hartmann: Der Einsatz eines digitalen Wächterkontrollsystems bei der Absicherung von Liegenschaften ist in der heutigen Zeit unumgänglich. Klüh Security hat daher ein bundesweit flächendeckendes Wächterkontrollsystem im Einsatz, das Kunden eine transparente Überwachung von Objekten bieten kann. Unsere Lösung DigiControl ersetzt dabei schon in ihrer Grundfunktion jedes herkömmliche Wächterkontrollsystem. Durch die Nutzung eines Smartphones (iOS und Android) als Plattform fungiert sie darüber hinaus auch als Assistenzsystem, mit dem die abzusichernden Liegenschaften jederzeit teamübergreifend im Blick sind. Lassen Sie uns einen näheren Blick auf die Veränderungen durch Digitalisierung werfen. Wie genau verändert sich aus dem Blickwinkel des Kunden die Zusammenarbeit mit Ihnen? An welchen Stellen und wieweit profitiert der Sicherheitskunde davon? Axel Hartmann: Die Leistung von Sicherheitsunternehmen ist generell nur schwer zumessen. ImZuge der Digitalisierung werden unsere Dienstleistungen für den Kunden nun transparent und erlebbar. Bei DigiControl besteht der Mehrwert für Kunden etwa darin, dass sie auf Wunsch automatisch mit Auswertungen zu Rundgängen versorgt werden können oder mit Berichten zu Vorkommnissen in ihrer Liegenschaft inklusive dazugehörigem Bildmaterial. Ebenso können sie dank eines eigenen Zugangs zum System live dabei sein, wenn Kontrollrunden gelaufen werden. Dafür muss es ja einen gewissen Gleichschritt der Entwicklung beim jeweiligen Kunden geben. Wie stellt sich das in der Praxis dar? Axel Hartmann: Auch in der Security-­ Branche ist der Arbeitsalltag geprägt vomstetigen Austausch mit Kunden, Auftraggebern und Mitarbeitenden. Eine strukturierte Form der Kommunikation ist daher unerlässlich, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden und den Austausch für alle Beteiligten nachvollziehbar zu machen. Aus diesem Grund haben wir DigiService entwickelt, unser hauseigenes Serviceportal für Kundenanfragen wie Störungsmeldungen, Serviceanforderungen, Bestellungen oder Informationsanfragen jeglicher Art. Für den Kunden entsteht beimUmgangmit demTool kein größerer Mehraufwand, da es sich um eine App handelt. Es müssen also nicht extra erst technische Geräte angeschafft werden. Bei Bedarf an spezifischer Sicherheitstechnik wie etwa einem Zutrittskontrollsystem oder Kameras stehen wir unseren Kunden aber ebenso gern beratend zur Verfügung und koordinieren auf Wunsch auch die Anschaffung und Implementierung solcher Systeme. Inwieweit sind diese Entwicklungen geeignet, das Problemdes Arbeitskräftemangels auszugleichen? Axel Hartmann: Der private Sicherheitssektor leidet schon seit einigen Jahren unter einem stetigen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, während die Nachfrage gleichzeitig wächst. Vor diesem Hintergrund sind technische Lösungen und insbesondere die Digitalisierung für die Branche tatsächlich wichtige Faktoren, um einige Sicherheitsdienstleistungen dennoch weiterhin anbieten zu können. Beispielsweise leisten eine gute Kameraüberwachung und zum Teil auch schon etwa digitale Empfangsschalter für eine visuelle Besucherbegrüßung wertvolle Dienste zur Personalentlastung. Demgegenüber ist aber auch klar, dass gerade der Sicherheitssektor nie vollständig auf Mitarbeitende aus Fleisch und Blut, die im Notfall eingreifen können, verzichten kann. Auch die einzelnen Sicherheitsgewerke haben gewaltige Fortschritte gemacht. Ein Beispiel ist die Kameratechnik mit integrierten Analysefunktionen. Hier bedarf es ja der regelmäßigen Mitarbeiterschulung? Axel Hartmann: Korrekt. Zwar erlaubt es der technische und insbesondere der digitale Fortschritt, die Anforderungen unserer Kunden grundsätzlich besser als zuvor erfüllen zu können. Andererseits steigen durch den Einsatz solcher Technik natürlich auch die Anforderungen an unsere Mitarbeiter. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, bildet Klüh Security seine Mitarbeiter in Seminaren und Workshops der hauseigenen Akademie sowie Sicherheitsschule selbst aus. Dabei bietet das web- und computerbasierte Lernmanagementsystem „DigiLearn“ eine innovative und moderne Ergänzung zum traditionellen Präsenzunterricht, was den Aufwand, insbesondere für Reisen, deutlich verringert und damit auch die Umwelt schont. Jährlich absolvieren ca. 2.500 Mitarbeitende Schulungen über dieses System – darunter auch externe Mitarbeitende, zum Beispiel von Nachunternehmen, die über DigiLearn Klüh-interne Prozesse erlernen. So werden einerseits Verhaltensweisen und Prozesse, andererseits auch ortsspezifische Abläufe wie in Stadien oder auf Messegeländen vermittelt. Wir sind für das digitale Lernprogramm übrigens schon zum fünften Mal mit dem Comenius-Edu-­ Media-Award ausgezeichnet worden, den die Gesellschaft für Pädagogik, Information und Medien alljährlich für pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch herausragende Bildungsmedien verleiht. Klüh arbeitet bei der Ausbildung u. a. mit seinem web- und computerbasierten Lernmanagementsystem „DigiLearn“. Bilder: Klüh Security

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